Mein gestriger Arbeitstag in Kurzform, oder auch ziemlich lang. aber ich dachte mir mal, ich schreibe mit:

Protokoll eines Arbeitstages:

8:30 war ich auf der arbeit, hab gebloggt, gesurft, nun ist es
9:00 ich kämpfe gegen den drang an einfach weg zu laufen. Lese erstmal die Geschichte weiter die t. übersetzt hat. Außerdem starte ich icq, vielleicht ist ja jemand online.
9:07 der Chef kam vorbei, fragt wie es läuft, ich sage weiß ich nicht, frage ihn ob er weiß warum dieser Fehler auftritt und er sagt ja, murmelt irgendwas und während er noch murmelt was es sein könnte verlässt er meinen Platz und geht weiter. Ich habe natürlich kein Wort verstanden.
9:08 weiterlesen.
9:14 Krankschreibung im Sekretariat abgeben
9:18 weiterlesen
9:19 überlegen wie man den Fehler ausmerzen kann von dem ich immer noch nicht weiß warum er auftritt und wie er auftritt und was er bedeutet. Ich habe keine Ahnung.
9:21 Ich weiß es echt nicht. Weiterlesen.
9:32 vor zwei Minuten wieder angefangen über das Problem nachzudenken, erwische mich nach 2 Minuten, wie ich nur aus dem Fenster schaue und darüber sinniere warum ich es nicht schaffe zu arbeiten und wie man das ändern könnte, bzw. welcher beruf mir spaß machen könnte.
9:35 immer noch nichts anderes. Erstmal Mails schauen.
9:40 neuer Versuch den Fehler auszumerzen, -9:43 es geht immer noch nicht. Lesen.
9:44 ich möchte gerne einen Schoko-Cappuccino. Um mich zu trösten weil ich arme hier sitzen muss. – wasche meine Tasse ab.
9:49 Cappu ist fertig, ich habe Hunger. Lese erstmal weiter.
9:54 ich starre auf den Bildschirm auf dem meine Aufgabe liegt während ich darauf warte, dass die Menschen hinter mir fertig sind mit Kaffee kochen. Danach lese ich weiter.
10:01 speichern da gleich ein update gemacht wird
10:03 google-suche, vielleicht hatte das Problem ja schon mal jemand
10:11 jetzt weiß0 ich worauf die Fehlermeldung hinweist, aber warum da ein Fehler passiert weiß ich immer noch nicht. Habe bei einem Arbeitskollegen um Hilfe gebeten per Mail.
10:14 ich fange an zu Überlegen ob ich nicht einfach anfangen kann Bücher oder Musik in nem richtigen Laden zu verkaufen. Denke sogar kurz über eine Ausbildung in dem Bereich nach.
10:17 lesen
10:25 das Kapitel der Geschichte ist vorbei, meine Mails sind alle gelesen und beantwortet, da ist sie wieder die Frage… und was nun? Auf der Fehlersuche habe ich so langsam keine Ahnung mehr.
10:30 immer noch keine Lösung. Aber eine neue Mail
10:35 juhu! Schon 2 Stunden um von den 8 die ich arbeiten müsste. Noch 1,5 Stunden bis zur Mittagspause, das ist ja waaahnsinn… hoffentlich gehen die schnell vorbei.
10:41 ein wenig gesurft, ein neuer Eintrag in meinem Blog, ich will hier raus. Ich will hier weg. Ich will heute Abend weggehen, damit ich nicht wieder daran denken muss, dass ich morgen früh wieder arbeiten muss. Nicht so wie gestern Abend. Ganzer tag versaut dadurch, weil man einschläft mit nein, ich will da morgen nicht hin und dann natürlich auch aufwacht mit scheiße, ein neuer tag, schon wieder arbeiten.
So ein mistdreck.
10:48 juhu! Ein Freund ist online. Ein wenig chatten zur Abwechslung
10:53 zusammenreißen, nicht heulen, nicht fliehen, sitzen bleiben, du schaffst das schon.
10:58 ich weiß einfach nicht wie ich das Problem anpacken muss und wo genau der Fehler liegt. Das andere Programm macht doch alles so wie es soll und da funktioniert es obwohl es genau gleich ist. Nebenbei chatte ich übrigens, also neben dem nachdenken
11:11 eine Schnapszahl. Zeit vergeht langsam, aber sie vergeht. Mit chatten, surfen und schreiben. Wenns so weiter geht fange ich nach der Mittagspause doch an ebooks zu lesen.
11:16 Freund ist offline, nichts mehr zu tun. Immer noch keine Lösung fürs altbekannte Problem. Aber nur noch 45 Minuten bis zur Mittagspause, dann fange ich mein neues Buch an.
11:19 warum löst diese arbeit eigentlich einen so heftigen Fluchtinstinkt bei mir aus? Ich möchte anfangen um Hilfe zu rufen und weg zu laufen.
11:26 immer noch am surfen. Mir ist langweilig. Der Problemlösung komme ich dabei nicht näher.
11:36 bei bremen.de gibt es gerade auch keinen job für mich. Aber wenn ich arbeitslos bin, dann muss ich mich da noch mal umschauen
11:43 mir ist ja so laaangweilig…
11:58 ich fang schon mal die Mittagspause an.
12:39 etwas verspätet komme ich aus der Mittagspause, habe gelesen, aber am schreibtisch. Fällt also niemandem auf. Hab ja eh gerade nichts anderes zu tun.
12:46 Chef geht vorbei, ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich Arbeit suche statt zu arbeiten. Und das obwohl ich ja eigentlich gar nichts dafür kann, dass ich gerade nicht weiter komme, sondern eher er. Aber ich mag ihn nicht fragen was denn jetzt war, denn er ekelt mich irgendwie an.
12:59 ich mag nicht mehr.
13:03 Blogeintrag: Warum funktioniert das nicht wie in dieser komischen Fernsehsendung neulich? Einfach nur rufen: „Ich bin ein Mensch, holt mich hier raus“ und schon holen sie dich du kannst deine Sachen packen und zurück an den Ort an dem du dich wohl fühlst? An dem du neu anfangen kannst, mit der Möglichkeit die Menschen aus diesem leben trotzdem noch zu treffen? Och menno. Die arbeit macht mich heute aber echt fertig.
13:12 will immer noch fliehen. Muss noch 2 Stunden, eigentlich sogar drei bleiben. Bin gestern schon zu früh gegangen.
13:15 -13:32 Kollege war da, hat einiges Versucht, aber nun weiß er auch nicht weiter. Immer noch dasselbe Problem, immer noch keinen einzigen Schritt weiter. Doch, es ist halb 2 nicht mehr viertel nach 1.
13:37 doch beim Chef nach Hilfe gemailt. Mal schauen wie lange der heute braucht bis er kommt.
13:47 Ritual zur Arbeitsfindung für B. aufgeschrieben, dabei daran gedacht, dass ich heute unbedingt noch mit Frau E. darüber reden muss, dass ich Angst habe die Kontrolle über mein Abnehmverhalten zu verlieren, wenn ich sehe wie wenig ich auf einmal in meine Klamotten passe und wie leicht ich das Gewicht auf der Waage verdrehe, dass ich Angst habe den Punkt zu verpassen an dem mein Körper wieder angenehm anzuschauen ist.
13:53 immer noch keine Ahnung was das Problem ist.
13:59 ernsthafte Gedanken darüber einfach zu gehen und mich nicht drum zu scheren was mit meiner Arbeitszeit passiert.
14:00 Ich mache mir jetzt erstmal noch nen Cappu, das verlängert die Zeit die ich freiwillig bleibe mindestens um die zeit die es braucht nen Cappu zu trinken.
14:18 waaaaaaahhhhh! Ich will weglaufen. Aber ich lasse es noch ein … da kam der Chef. Mal wieder alles gelesen, mir doch egal, auch er weiß nicht weiter. Fragt jetzt noch mal den Kollegen den ich schon gefragt habe. Soll er doch. Vielleicht finden sie zu zweit eine Lösung. (14:35)
14:55 Chef ist gerade kurz weg, kommt bestimmt gleich wieder. Wieso kommt der eigentlich immer kurz vorm Feierabend zur Hilfe statt in den 7 stunden davor?
15:22 sie wissen immer noch nicht weiter, aber haben mir gesagt wen ich noch fragen kann. Dem schreibe ich jetzt eine mail und dann mache ich Feierabend.

Wer tatsächlich bis hier her gekommen ist : respekt! *grins* ja ich habe gestern gelitten.

2 Gedanken zu „

  1. Boah, klingt wirklich nach ner ausgewachsenen Katastrophe. Du Arme… Und das jeden Tag? Dass du schon mit dem Gedanken an die Arbeit einschläfst und aufwachst, kann ich mir lebhaft vorstellen… Ist bei euch morgen auch Feiertag? Das wäre ja dann immerhin ein Lichtblick…

    Mitleidige Grüße.
    Stjama

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