tolle Geschichte

Danke für diese geschichte:

DAS STERNENTOR

Unter den Sternen gibt es, wie bei uns Menschen, die jungen Übermütigen

und die alten Weisen. Die jungen Übermütigen begnügen sich nicht damit, ihren angestammten Platz am Himmelszelt einzunehmen – oh nein !

Sie schlagen Purzelbäume, verändern ihren Standort und treiben auch sonst allerlei Unfug. Die alten Weisen sehen dies aber gar nicht gerne, denn sie wissen um die Bestimmung, dass jeder Stern seinen angestammten Platz behalten soll. Aber was soll man gegen den Übermut und die Späße der jungen Sternlein tun ?

Das Sternlein Glitzerschön war auch so ein übermütiges kleines Ding. Es spielte jeden Abend aufs Neue seine Lieblingsspiele, wie Wolkenschubsen, Sternschnuppen-Purzelbäume schlagen und auf Kometschweifen reiten.

Leichten Herzens schlug es die Warnungen der alten Weisen in den Wind. Es kam natürlich, wie es kommen musste: Glitzerschön fiel bei einem besonders spektakulären Sternschnuppen Purzelbaum direkt auf die Erde …

Oh weh !

Glitzerschöns Sturzflug fand mit einem ziemlich unsanften Aufprall auf einem großen Sandhügel sein Ende.

Das Sternlein schüttelte sich ein wenig und stellte zu seiner Beruhigung fest, dass seine Strahlkraft noch voll erhalten war. Es erinnerte sich an die Geschichten der Ältesten, vom mächtigen geheimnisvollen Sternentor. Es soll in den Wellen des Meeres, für Menschenaugen unsichtbar, als Zuflucht der gefallenen Sterne, so wie Glitzerschön jetzt einer war, stehen.

Ein prachtvoller Felsen, der in den herrlichsten Farben schillert, soll es sein. Wenn der Weg bis zum Tor gelingt, bevor die gefallenen Sternlein ihren Glanz verlieren, dann können sie hindurchschlüpfen und so wieder zurück in den Himmel gelangen.

Glitzerschön schaute sich um – was für ein Glück, dass sich dieser große Sandhügel als Düne an einem Strand direkt am Meer entpuppte. Das Sternentor soll ja als ein mächtiger Fels in den Wellen des Meeres stehen, aber es war nichts zu sehen. So weit das Auge reichte, nur Wellen und eine

stürmische Brandung. Glitzerschön schloss traurig die Augen und bereitete sich tapfer darauf vor, dass sein Ende als verglühter Himmelsstern bevorstand. Da sagte eine liebliche Stimme: Oh wie schön, ein glitzerndes, funkelndes Sternlein. Was tust du denn hier im Sand ? Ein niedliches kleines feengleiches Mädchen hatte Glitzerschön entdeckt. Ich bin ein gefallener Stern und warte hier auf mein Ende, weil ich den Weg zum Sternentor nicht finden kann, jammerte Glitzerstern reuevoll vor sich hin.

Vielleicht kann ich dir ja helfen Sternlein. Sei nicht traurig , ich helfe dir gerne bei der Suche.

Das wird nicht gehen, liebes Mädchen – ihr Menschen könnt es nicht sehen. Es soll als mächtiger Felsen in den Wellen des Meeres stehen und nur für uns Sterne sichtbar sein, jammerte Glitzerschön weiter.

Laß es uns trotzdem versuchen, rief das Mädchen. Wenn man nur fest genug an etwas glaubt, dann kann man es auch schaffen. Vertrau mir ! Gib mir deine Hand, Sternlein, gemeinsam werden wir es schon finden.

So liefen sie Hand in Hand am Strand entlang, das kleine glitzernde Sternlein und das bezaubernde Mädchen, und hielten nach dem Sternentor Ausschau.

Hörst du das Sternlein ? Es klingt als ob sich die Wellen des Meeres an irgendetwas brechen. Lass uns dem Geräusch nachgehen … Das Geräusch wurde immer lauter und es kam eindeutig mitten aus dem Meer.

Wie soll ich denn nun zum Sternentor gelangen? Ich kann doch nicht schwimmen und hier auf der Erde kann ich auch nicht fliegen, murmelte Glitzerschön ganz entmutigt. Hab nur Mut kleines Sternlein ! Klettere auf meinen Rücken, halt dich gut fest und vertrau mir, sprach das Mädchen.

Glitzerschön nahm allen Mut zusammen und kletterte auf den Rücken des Mädchens, das sich daraufhin sofort in die Lüfte erhob und mit dem Sternlein übers Meer flog.

Glitzerschön war viel zu verblüfft, um etwas zu sagen oder gar zu fragen. Menschen die fliegen können, wo hatte man denn schon so etwas gehört ?

Das Geräusch der sich brechenden Wellen kam immer näher und wurde immer mächtiger. Dann plötzlich sah man das Strahlen, Glitzern und Funkeln eines wunderschönen Felsens, der sich aus dem Meer erhob. DAS STERNENTOR, flüsterte Glitzerschön, dessen Kräfte langsam schwanden glücklich.

Ja liebes Sternlein, das Tor. Ich habs dir doch versprochen,lachte das Mädchen und flog geradewegs hinein. Ein flirrendes, gleißendes, hinreißendes Licht umfing die beiden sofort. Glitzerschön löste sich vom Rücken des Mädchens und sah an sich hinunter. Hurra – seine ganze Strahlkraft war wieder da und er konnte auch wieder fliegen. Danke liebes Mädchen, danke vielmals.

Nichts zu danken, du kleines, leichtsinniges Dummerchen, hast du denn noch nicht bemerkt, dass ich eine Sternenfee bin ?

Ich bin dazu da euch Sternschnuppen-Purzelbäume schlagende, übermütig gewordene Sternlein die auf die Erde gefallen sind, wieder auf den Weg zum Himmel zu geleiten. Nun geh deinen Weg und gib in Zukunft besser auf dich Acht, mein kleiner Freund.

In deinen Träumen werde ich immer bei dir sein, sprach die Sternenfee und flog davon …

Nur wer an Wunder glaubt – läßt sie geschehen …

Gefunden habe ich sie da